Eine Hassliebe: Unsere Gebärmutter

Er ist sieben bis neun Zentimeter lang, wiegt bis zu 120 Gramm und erinnert an eine auf den Kopf gestellte Birne: der Uterus. Frauen und ihre Gebärmutter? Kann man wohl regelmäßig als Hassliebe bezeichnen, wenn uns der allmonatliche Schmerz mal wieder plagt. Dabei ist kaum ein Organ so vielseitig und wandelbar im Laufe unseres Lebens. Die spannendsten Fakten haben wir für dich zusammengetragen.

Unglaublich dehnbar

Gelegen zwischen Blase und Mastdarm, liegt der Uterus in unserem kleinen Becken. Dabei hat er die meiste Zeit die Form einer mittelgroßen Frucht. Während der Schwangerschaft allerdings wächst das muskulöse Fortpflanzungsorgan auf ein Vielfaches an. Mit der Größe einer Wassermelone bietet die Gebärmutter dann genug Platz für ein Baby. Oder gleich mehrere. Wie viel Platz der weibliche Körper wirklich bieten kann, hat 2009 eine U.S.-Amerikanerin aus Kalifornien gezeigt, und Achtlinge zur Welt gebracht. Jap, richtig gelesen A c h t l i n g e. Ein Wunder der Natur war das allerdings nicht – sondern die Leistung einer künstlichen Befruchtung.

Transplantierte Gebärmutter

Eines von 4.500 Mädchen kommt ohne Uterus zur Welt. Auch wenn ein Verzicht auf das allmonatliche Leiden durch Krämpfe und Co. erstmal nach einer glücklichen Fügung klingen mag – ohne Gebärmutter ist auch eine Schwangerschaft nicht möglich. Doch es gibt Hoffnung auf Nachwuchs: Ein schwedischer Arzt hat 2012 zum ersten Mal einer Frau eine Gebärmutter transplantiert; sechs Babys sind dadurch in den letzten drei Jahren zur Welt gekommen. Was selbst für Experten überraschend ist: Auch, wenn die Spenderinnen teilweile ihre Menopause bereits erreicht haben, waren die transplantierten Organe noch in der Lage gesunde Babys heranwachsen zu lassen.

Gut aufpassen

Auch wenn wir sie manchmal verfluchen, wenn die Krämpfe während unserer Periode kaum zu ertragen sind – müssen wir gut auf unseren Uterus aufpassen. Die Gebärmutter leistet eine unglaubliche Arbeit im Laufe unseres Lebens, doch sie ist auch anfällig für Krankheiten. Mindestens 70% der Frauen sind im Laufe ihres Lebens von einer gutartigen Gebärmuttererkrankung betroffen. Erkrankungen wie Myome, Polypen oder Zytsen wachsen zwar, breiten sich aber im Gegensatz zu bösartigen Tumoren nicht weiter im Körper aus.

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