Pinktax: Preise nach Geschlecht

Regelmäßig lassen wir ordentlich Geld im Drogeriemarkt. Dann sind nicht nur die Wimperntusche und Haarshampoo, sondern gleichzeitig auch Deo, Haarspray und Rasierschaum leer. Meist geht uns der Einkauf recht schnell von der Hand, schließlich hat frau eigentlich immer ihre ein, zwei Lieblingsprodukte. Dabei lohnt es sich aber, öfter mal den Blick schweifen zu lassen – und zwar ins Männerregal! Denn dort sind die Produkte häufig günstiger.

Tests der Verbraucherzentrale Hamburg haben gezeigt, dass sich einige Drogerieartikel nicht nur in ihren Farben entscheiden. Sondern auch im Preis. Ganz zum Nachteil für uns Frauen. Denn mal Hand auf’s Herz: Wer greift nicht automatisch zu den pinken Rasierern, orangen Nachfüllklingen oder der Sommeredition mit bunten Blumen? Dabei sind gerade diese Produkte in ihrer „weiblichen“ Version deutlich teurer. Und zwar zwischen 15 und 218 Prozent! Und auch Deos und Parfums für Frauen kosten durchweg mehr Geld.

Pinktax: Ist die Farbe rosa so teuer?

Dabei gibt es in den meisten Fällen nur geringfügige Unterschiede zwischen den Inhaltsstoffen der „weiblichen“ und „männlichen“ Produkte. Nur das Design und die Farben unterscheiden sich. Der Preisunterschied allerdings, ist gravierend. Frauen müssen für einen lila Einwegrasierer pro Stück 33 Prozent mehr zahlen als für die blaue Männervariante. „Pink Tax“ nennt sich dieser Preisaufschlag. Ein Phänomen, dass nicht nur Frauen in Deutschland kennen. Erhebungen aus den USA machen deutlich, dass es schon im Kindesalter mehr kostet, weiblich zu sein. Tausend Dollar mehr geben amerikanische Frauen jährlich aus. Für dieselben Produkte!

Clevere Marketingstrategien

Wir kennen es von uns selbst: Für die Produkte, die uns zuverlässig durch den Alltag bringen, bezahlen wir gerne. Das nutzen Unternehmen direkt aus. Und selbst, wenn wir vergleichen möchten ist das nicht immer möglich. Preisunterschiede zwischen Frauen und Männerprodukten werden gekonnt vertuscht, in dem sich die Produkte in verschiedenen Regalen befinden. Also, öfter mal einen Schritt mehr durch den Laden gehen und die Preise vergleichen!

Ein Ende der Preisdiskriminierung

Den schwarzen statt den pinken Rasierer zu kaufen ist halt auch kein Problem. Doch nicht immer können wir Frauen einfach zum günstigeren Produkt greifen. Zum Beispiel, wenn es sich um Kleidungsstücke handelt oder wenn es um Dienstleistungen wie Reinigungen oder Kurzhaarschnitte geht. Und jetzt mal ehrlich: Nur, weil ein Männerduft einige Euro günstiger ist, möchte ich in Zukunft nicht nach würzigem Muskatöl und rauchigem Guajakholz riechen.
Nun aber die gute Nachricht: Angestoßen von den Untersuchungen der Verbraucherzentrale, setzten sich nun die Verbraucherschutzminister der Bundesländer gegen diese Preisdiskriminierung ein. Dabei verweisen sie auf das Beispiel Österreich. Dort ist es seit 2008 verboten „Menschen wegen ihres Geschlechtes bei der Versorgung mit Dienstleistungen und Gütern zu benachteiligen.“

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